Ungenabelte Kristallschnecke (Vitrea diaphana (S. Studer 1820))

DE Deutschland , DE-SN Sachsen

Diagnose

Die Gehäuse Ungenabelter Kristallschnecken unterscheiden sich von den Gehäusen der anderen drei in Sachsen vorkommenden Kristallschnecken-Arten durch den völlig geschlossenen Nabel, der meist vom umgeschlagenen Spindelrand bedeckt ist.

Merkmale

Die Gehäuse erwachsener Ungenabelter Kristallschnecken erreichen mit etwa 5,5 flachen Umgängen eine Gehäusebreite von 3,7 bis 4,2 mm. Sie sind dünnwanding und bei lebenden Schnecken glänzend glasig transparent. Ihre Windungen sind eng aufgewunden und nehmen sehr allmählich und regelmäßig zu. Der Mundsaum ist innen manchmal leicht verstärkt. Der Nabel ist völlig geschlossen und oft vom umgeschlagenen Spindelrand bedeckt.

Verbreitung

Mitteleuropäisch.

Lebensweise

Die Ungenabelte Kristallschnecke lebt zwischen Felsen und Geröll unter Laub und vermoderndem Holz.

Lebensräume

Mäßig feuchte Bereiche der bewaldeten Berg- und Hügelländer.

Bestandssituation

In der Roten Liste der Weichtiere der Bundesrepublik Deutschland wird sie in der Kategorie "Gefährdung unbekannten Ausmaßes" geführt. In der Roten Liste des Freistaates Sachsen wurde sie als gefärdet eingestuft.

Literatur

  • Bößneck, U. 1993: Bericht über das Treffen des Regionalkreises Ost der DMG vom 18. bis 20. September 1992 in Taltitz/Vogtland mit Artenliste der gesammelten Mollusken. – Mitteilungen der Deutschen Malakozoologischen Gesellschaft 52: 31-35. 
  • Bößneck, U. 1996: Mollusken-Lebensgemeinschaften an 52 thüringischen und sächsischen Burgstellen – ein Beitrag zur Wirbellosen-Faunistik an alten Siedlungsplätzen. – Malakologische Abhandlungen des Museums für Tierkunde Dresden 18(9): 83–106.
  • Büttner, K., 1942: Neue Molluskenfunde im Vogtland. - Mitteilungen der Vogtländischen Gesellschaft für Naturforschung 4(1): 84-85.
  • Büttner, K., 1954: Die Molluskenfauna von Südwestsachsen. - Abhandlungen und Berichte aus dem Staatlichen Museum für Tierkunde - Forschungsstelle - Dresden 22(1): 47-87.
  • Jungbluth, J. H. & von Knorre, D. unter Mitarbeit von Bössneck, U., Groh, K., Hackenberg, E., Kobialka, H., Körnig, G., Menzel-Harloff, H., Niederhöfer, H.-J., Petrick, S., Schniebs, K., Wiese, V., Wimmer, W. & Zettler, M. L. (2009): Rote Liste der Binnenmollusken [Schnecken (Gastropoda) und Muscheln (Bivalvia)] in Deutschland. - Mitteilungen der Deutschen Malakozoologischen Gesellschaft 81: 1-28.
  • Kerney, M. P., Cameron, R. A. D. & Jungbluth, J. H. 1983: Die Landschnecken Nord- und Mitteleuropas. Ein Bestimmungsbuch für Biologen und Naturfreunde. Paul Parey, Hamburg & Berlin. 384 S., 368 Ktn. (incl. 24 Farbtafeln).
  • Schniebs, K., Reise , H. & Bössneck, U. 2006: Rote Liste Mollusken Sachsens. Materialien zu Naturschutz und Landschaftspflege 2006. 21 S. [Hrsg. Sächs. LfUG].
  • Trübsbach, P. 1934: Die geographische Verbreitung der Gastropoden im Gebiete der Zschopau nebst biologischen Untersuchungen. – Berichte der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft zu Chemnitz: 15–98, 1 Karte.
  • Wiese, V. 2014: Die Landschnecken Deutschlands. Finden - Erkennen - Bestimmen. Quelle & Meyer, Wiebelsheim. 352 S.
  • Zeissler, H. 1999: Die Molluskenfauna von Nordwestsachsen. - Veröffentlichungen Naturkundemuseum Leipzig 17: 1-95.
Autor(-en): Katrin Schniebs. Letzte Änderung am 12.07.2018

Ungenabelte Kristallschnecke (Vitrea diaphana), Rochsburg, gesammelt von R. Haldemann 1984/86.
(Foto: Katrin Schniebs)


Ungenabelte Kristallschnecke (Vitrea diaphana), Rochsburg, gesammelt von R. Haldemann 1984/86. Gehäuseunterseite.
(Foto: Katrin Schniebs)
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