Maskenschnecke (Isognomostoma isognomostomos (Schröter, 1784))

DE Deutschland , DE-SN Sachsen

Diagnose

Gehäuse erwachsener Maskenschnecken sind durch die drei relativ großen Zähne im Mündungsbereich (ein breiter Zahn auf der Mündungswand und jeweils ein etwa dreieckiger kleinerer Zahn auf Basal- und Außenrand) eindeutig zu identifizieren. Gehäuse von Jungtieren kann man mit Gehäusen von Haarschnecken (Trochulus) verwechseln.

Merkmale

Die braunen Gehäuse erwachsener Maskenschnecken erreichen eine Breite von 7 bis 11 mm und eine Höhe von 4 bis 7 mm. Sie sind gedrückt kugelförmig, bestehen aus 5 bis 6 Umgängen und sind mit relativ langen Haaren bedeckt, die bei sehr alten Gehäusen aber auch abgeschabt sein können. Der sichelförmige schlitzartige nabel kann vom Spindelrand des Mundsaums fast völlig bedeckt sein. Charakteristisch für diese Art sind drei relativ großen Zähne im Mündungsbereich (ein breiter Zahn auf der Mündungswand und jeweils ein etwa dreieckiger kleinerer Zahn auf Basal- und Außenrand).

Verbreitung

Karpatisch-alpin.

Lebensweise

Maskenschnecken leben in der Laubstreu, unter Steinen oder unter morschem Holz.

Lebensräume

Die Art kommt in Sachsen hauptsächlich im Hügel- und Bergland vor. Sie bevorzugt mit Felsen durchsetzte Laub- oder Mischwälder.

Bestandssituation

Während die Maskenschnecke in der Roten Liste der BRD noch als ungefährdet geführt wird, hat sie in der Roten Liste der Weichtiere des Freistaates Sachsen den Status "gefährdet" erhalten, da sie an einigen früheren Fundorten bereits nicht mehr vorhanden ist.

Literatur

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  • Bößneck, U. 1996: Mollusken-Lebensgemeinschaften an 52 thüringischen und sächsischen Burgstellen – ein Beitrag zur Wirbellosen-Faunistik an alten Siedlungsplätzen. – Malakologische Abhandlungen des Museums für Tierkunde Dresden 18(9): 83–106.
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  • Jungbluth, J. H. & von Knorre, D. unter Mitarbeit von Bössneck, U., Groh, K., Hackenberg, E., Kobialka, H., Körnig, G., Menzel-Harloff, H., Niederhöfer, H.-J., Petrick, S., Schniebs, K., Wiese, V., Wimmer, W. & Zettler, M. L. (2009): Rote Liste der Binnenmollusken [Schnecken (Gastropoda) und Muscheln (Bivalvia)] in Deutschland. - Mitteilungen der Deutschen Malakozoologischen Gesellschaft 81: 1-28.
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  • Wiese, V. 2014: Die Landschnecken Deutschlands. Finden - Erkennen - Bestimmen. Quelle & Meyer, Wiebelsheim. 352 S.
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  • Zeissler, H. 1999: Die Molluskenfauna von Nordwestsachsen. - Veröffentlichungen Naturkundemuseum Leipzig 17: 1-95.
Autor(-en): Katrin Schniebs, Matthias Nuss. Letzte Änderung am 25.04.2022

Maskenschnecke (Isognomostoma isognomostomos), Weesenstein, Juni 2011
(Foto: Katrin Schniebs)


Gehäusemündung einer Maskenschnecke (Isognomostoma isognomostomos), Weesenstein, Juni 2011
(Foto: Katrin Schniebs)


Maskenschnecke (Isognomostoma isognomostomos), Rochsburg, Burgberg, gesammelt von R. Haldemann 1984/86.
(Foto: Katrin Schniebs)


Maskenschnecke (Isognomostoma isognomostomos), Wildenfels, September 2015
(Foto: Katrin Schniebs)


Maskenschnecke (Isognomostoma isognomostomos), Plauenscher Grund bei Dresden, 1894, Sammlung Theodor & Paul Reibisch
(Foto: Katrin Schniebs)


Maskenschnecke (Isognomostoma isognomostomos), Kämmereiforst bei Pressen, Anfang Oktober 2021
(Foto: Frank Borleis)
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