Posthornschnecke (Planorbarius corneus (Linnaeus, 1758))

DE Deutschland , DE-SN Sachsen

Diagnose

Erwachsene Posthornschnecken sind mit 9 bis 12 mm Gehäusehöhe und 20 bis 34 mm Gehäusebreite die größten einheimischen Vertreter der Familie der Tellerschnecken. Das scheibenförmige Gehäuse aus 4,5 bis 5 Umgängen kann mit keiner anderen Wasserschneckenart verwechselt werden.

Merkmale

Gehäuse erwachsener Posthornschnecken erreichen bei 4,5 bis 5 Umgängen eine Höhe von 9 bis 12 mm und eine Breite von 20 bis 34 mm. Die Färbung variiert von bräunlich bis grünlich. Die Umgänge sind auf der Gehäuseoberseite nur ein wenig und auf der Unterseite tief eingesenkt.

Verbreitung

Europa und Sibirien.

Lebensweise

Im Frühjahr und im Herbst erfolgt die Eiablage. In Abhängigkeit von den klimatischen Bedingungen können Posthornschnecken etwa 14 Monate bis drei Jahre alt werden. Die Nahrung besteht aus Detritus. Trocknet das Wohngewässer aus, wird aus Schleim eine relativ dicke Scheidewand in die Mündung eingebaut. Dies ermöglicht den Schnecken ein Überdauern längerer Trockenzeiten von ein bis zwei Monaten, z. B. das Ablassen des Wassers beim Abfischen.

Lebensräume

Die Posthornschnecke lebt in stehenden und langsamfließenden Gewässern aller Art.

Bestandssituation

Die Posthornschnecke gehört in Sachsen zu den häufigsten Süßwasserschnecken.

Literatur

  • Büttner, K., 1954: Die Molluskenfauna von Südwestsachsen. - Abhandlungen und Berichte aus dem Staatlichen Museum für Tierkunde - Forschungsstelle - Dresden 22(1): 47-87.
  • Fechter, R. & Falkner, G. 1990: Weichtiere. Europäische Meeres- und Binnenmollusken. Steinbachs Naturführer. Mosaik Verlag, München. 287 S.
  • Glöer, P. 2002: Süßwassergastropoden Nord- und Mitteleuropas. Bestimmungsschlüssel, Lebensweise, Verbreitung. In: Die Tierwelt Deutschlands. 73. Teil. ConchBooks, Hackenheim. 327 S.
  • Glöer, P. 2015: Süßwassermollusken - Ein Bestimmungsschlüssel für die Muscheln und Schnecken im Süßwasser der Bundesrepublik Deutschland. Göttingen, Deutscher Jugendbund für Naturbeobachtung. 135 S.
  • Heyne, E.R. 1931: Sächsische Mollusken-Funde. Mitgeteilt von E. R. Heyne, Großenhain. Nebst einigen Anmerkungen von A. Schlechter. – Sitzungberichte Isis Dresden 1930: 125–134.
  • Matzke, M., 1960: Über Trockenheitsresistenz bei Planorbarius corneus und Lymnaea stagnalis. - Archiv für Molluskenkunde 90(4/6): 185-189
  • Müller. Th. L., 2002: Wiederfund von Bithynia leachii (Sheppard, 1823) in Sachsen (Gastropoda: Prosobranchia: Bithyniidae). – Malakologische Abhandlungen des Museums für Tierkunde Dresden 20(2): 325–331.
  • Schlechter, A. 1954: Über Land- und Wasserschnecken in der Umgebung von Kamenz/Sachsen. - Abhandlungen und Berichte aus dem Staatlichen Museum für Tierkunde Dresden 22(1): 88-96.
  • Weise, A. 1884: Ueber das Vorkommen der Gehäuseschnecken und Muscheln in der südlichen Oberlausitz. - Sitzungsberichte Isis Dresden 1883: 102-104.
  • Wohlberedt, O. 1899: Molluskenfauna des Königreichs Sachsen. – Nachrichtsblatt der Deutschen Malakozoologischen Gesellschaft 31(1/4): 1–20, 33–56.
  • Zeissler, H. 1978: Die Lausitzer Molluskenfunde von Arthur Schlechter, Kamenz (8.10.1895-26.4.1952). - Zoologische Abhandlungen des Staatlichen Museums für Tierkunde Dresden 35: 169-202.
  • Zeissler, H. 1987: Mollusken im Naturschutzgebiet "Rohrbacher Teiche" (Kreis Grimma). – Malakologische Abhandlungen des Museums für Tierkunde Dresden 12(2): 153–159.
  • Zeissler, H. 1999: Die Molluskenfauna von Nordwestsachsen. - Veröffentlichungen Naturkundemuseum Leipzig 17: 1-95.
Autor(-en): Katrin Schniebs. Letzte Änderung am 11.02.2020

Posthornschnecke (Planorbarius corneus), Bröthen Anfang Juni 2015
(Foto: Katrin Schniebs)


Posthornschnecke (Planorbarius corneus), Moritzburg Mitte Juli 2013
(Foto: Katrin Schniebs)


Posthornschnecke (Planorbarius corneus), Bröthen, Juli 2015
(Foto: Katrin Schniebs)


Posthornschnecke (Planorbarius corneus) im Kittelgraben bei Borsdorf, Mai 2016
(Foto: Frank Borleis)


Posthornschnecke (Planorbarius corneus), Jungtier, Schkeuditz, Papitzer Lehmlachen, April 2017
(Foto: Frank Borleis)
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