Gemeine Kugelmuschel (Sphaerium corneum (Linnaeus, 1758))

DE Deutschland , DE-SN Sachsen

Diagnose

Im Unterschied zur Sumpf-Kugelmuschel (Sphaerium nucleus) und zur Ovalen Kugelmuschel (Sphaerium ovale) ist die Schlossleiste bei der Gemeinen Kugelmuschel im Wirbelbereich immer verschmälert und die hinteren Muskelabdrücke (Adduktor und Siphonalretraktor) sind miteinander verschmolzen.

Merkmale

Die meist relativ dünnwandigen Schalen erwachsener Gemeiner Kugelmuscheln werden 10 bis 12 mm lang, 8 bis 10 mm hoch und 6 bis 8 mm dick. Sie weisen eine etwas unreglmäßige konzentrische Streifung auf. Die Schlossleiste ist im Wirbelbereich immer verschmälert. Die hinteren Muskelabdrücke (Adduktor und Siphonalretraktor) sind miteinander verschmolzen.

Verbreitung

In der gesamten Paläarktis.

Lebensweise

Wie alle vertreter der Familie der Sphaeriidae bringen auch die Gemeinen Kugelmuscheln fertig ausgebildete Jungtiere zur Welt.

Lebensräume

Gemeine Kugelmuscheln leben in Fließgewässern, in Altwässern von Flüssen, im Verlandungsbereich von Seen, in Teichen und Torfstichen.

Bestandssituation

Die Gemeine Kugelmuschel ist die häufigste Kugelmuschelart im Freistaat Sachsen.

Literatur

  • Biemelt, A., Kroker, J., Paul, M., Völker, F., Jenemann, K. 2012: Bericht über die Durchführung und Ergebnisse der Qualitätssicherungsmaßnahmen 2012. Herausgeber: Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie & Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft. 19 S.
  • Bößneck, U., 1999: Bemerkenswerte Kleinmuschel-Nachweise aus Fließgewässern der Oberlausitz mit Erstfund von Pisidium moitessierianum (Paladilhe, 1866) für Sachsen. – Berichte der Naturforschenden Gesellschaft der Oberlausitz 7/8: 131–134.
  • Büttner, K., 1954: Die Molluskenfauna von Südwestsachsen. - Abhandlungen und Berichte aus dem Staatlichen Museum für Tierkunde - Forschungsstelle - Dresden 22(1): 47-87.
  • Glöer, P. 2015: Süßwassermollusken - Ein Bestimmungsschlüssel für die Muscheln und Schnecken im Süßwasser der Bundesrepublik Deutschland. Göttingen, Deutscher Jugendbund für Naturbeobachtung. 135 S.
  • Heyne, E.R. 1931: Sächsische Mollusken-Funde. Mitgeteilt von E. R. Heyne, Großenhain. Nebst einigen Anmerkungen von A. Schlechter. – Sitzungberichte Isis Dresden 1930: 125–134.
  • Neumann, E. (1893): Die Molluskenfauna des Königreichs Sachsen. - Nachrichtsblatt der Deutschen Malakozoologischen Gesellschaft 25: 47-64.
  • Pfitzner, I. 1953: Beitrag zur Molluskenfauna des Elbsandsteingebirges. - Mitteilungen der Berliner Malakologen 1/2: 23-25.
  • Trübsbach, P. 1934: Die geographische Verbreitung der Gastropoden im Gebiete der Zschopau nebst biologischen Untersuchungen. – Berichte der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft zu Chemnitz: 15–98, 1 Karte.
  • Weise, A. 1884: Ueber das Vorkommen der Gehäuseschnecken und Muscheln in der südlichen Oberlausitz. - Sitzungsberichte Isis Dresden 1883: 102-104.
  • Zeissler, H. 1993: Mollusken aus dem Einzugsgebiet der unteren Zschopau bei Waldheim (Sachsen). - Malakologische Abhandlungen des Staatlichen Museums für Tierkunde Dresden 16(2): 221-242.
  • Zeissler, H. 1999: Die Molluskenfauna von Nordwestsachsen. - Veröffentlichungen Naturkundemuseum Leipzig 17: 1-95.
  • Zettler, M. L. & Glöer, P. 2006: Zur Ökologie und Morphologie der Sphaeriidae der Norddeutschen Tiefebene. - Heldia 6 (Sonderheft 8): 1-61, Taf. 1-18.
Autor(-en): Katrin Schniebs. Letzte Änderung am 10.09.2020

Gemeine Kugelmuschel (Sphaerium corneum), bei Naundorf, Sommer 2005
(Foto: Katrin Schniebs)


Bei der Gemeinen Kugelmuschel (Sphaerium corneum) sind die Muskel-Abdrücke von Adduktor und Siphonalretraktor (hier schwarz markiert) auf der Schaleninnenseite miteinander verschmolzen.
(Foto: Katrin Schniebs)


Gemeine Kugelmuschel (Sphaerium corneum), Leipzig Burgauenbach, August 2015
(Foto: Frank Borleis)


Gemeine Kugelmuschel (Sphaerium corneum), Leipzig Burgaue, Burgauenbach. Sept. 2018
(Foto: Frank Borleis)


Gemeine Kugelmuschel (Sphaerium corneum), Leipzig Burgaue, Burgauenbach. Sept. 2018
(Foto: Frank Borleis)
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