Glatte Nadelschnecke (Platyla polita (W. Hartmann, 1840))

DE Deutschland , DE-SN Sachsen

Diagnose

Die zylindrisch-turmförmigen stark glänzenden Gehäuse erwachsener Glatter Nadelschnecken sind wegen ihrer Größe (bei 5,5 bis 6,5 Umgängen Höhen von 2,6 bis 3,4 mm und Breiten von 1,05 bis 1,25 mm) und Form mit keiner anderen in Sachsen vorkommenden Landschneckenart verwechselbar.

Merkmale

Gehäuse erwachsener Glatter Nadelschnecken erreichen bei 5,5 bis 6,5 Umgängen Höhen von 2,6 bis 3,4 mm und Breiten von 1,05 bis 1,25 mm. Die Form ist zylindrisch-turmförmig. Frische Gehäuse sind rotbraun gefärbt und stark glänzend.

Verbreitung

Glatte Nadelschnecken sind im Bergland über das gesamte Europa verbreitet, allerdings nirgends häufig.

Lebensweise

Lebt versteckt in der Laubstreu, unter Totholz oder im Mulm von Felsspalten. Nadelschnecken ernähren sich räuberisch von den Eiern anderer Schneckenarten.

Lebensräume

Glatte Nadelschnecken kommen in mäßig feuchten Abschnitten von Laubwäldern oder an moosbedeckten Geröllhalden vor.

Bestandssituation

Die Glatte Nadelschnecke gehört mit zu den seltensten einheimischen Landschneckenarten. Sie ist sowohl in der Roten Liste der Bundesrepublik Deutschland als auch in der Roten Liste der Weichtiere Sachsens als gefährdet eingestuft.

Literatur

  • Bößneck, U. 1993: Bericht über das Treffen des Regionalkreises Ost der DMG vom 18. bis 20. September 1992 in Taltitz/Vogtland mit Artenliste der gesammelten Mollusken. – Mitteilungen der Deutschen Malakozoologischen Gesellschaft 52: 31-35. 
  • Büttner, K., 1954: Die Molluskenfauna von Südwestsachsen. - Abhandlungen und Berichte aus dem Staatlichen Museum für Tierkunde - Forschungsstelle - Dresden 22(1): 47-87.  
  • Fechter, R. & Falkner, G. 1990: Weichtiere. Europäische Meeres- und Binnenmollusken. Steinbachs Naturführer. Mosaik Verlag, München. 287 S.
  • Jungbluth, J. H. & von Knorre, D. unter Mitarbeit von Bössneck, U., Groh, K., Hackenberg, E., Kobialka, H., Körnig, G., Menzel-Harloff, H., Niederhöfer, H.-J., Petrick, S., Schniebs, K., Wiese, V., Wimmer, W. & Zettler, M. L. (2009): Rote Liste der Binnenmollusken [Schnecken (Gastropoda) und Muscheln (Bivalvia)] in Deutschland. - Mitteilungen der Deutschen Malakozoologischen Gesellschaft 81: 1-28.
  • Kerney, M. P., Cameron, R. A. D. & Jungbluth, J. H. 1983: Die Landschnecken Nord- und Mitteleuropas. Ein Bestimmungsbuch für Biologen und Naturfreunde. Paul Parey, Hamburg & Berlin. 384 S., 368 Ktn. (incl. 24 Farbtafeln).
  • Schniebs, K., Reise , H. & Bössneck, U. 2006: Rote Liste Mollusken Sachsens. Materialien zu Naturschutz und Landschaftspflege 2006. 21 S. [Hrsg. Sächs. LfUG].
  • Trübsbach, P. 1934: Die geographische Verbreitung der Gastropoden im Gebiete der Zschopau nebst biologischen Untersuchungen. – Berichte der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft zu Chemnitz: 15–98, 1 Karte.
  • Wiese, V. 2014: Die Landschnecken Deutschlands. Finden - Erkennen - Bestimmen. Quelle & Meyer, Wiebelsheim. 352 S.
  • Zeissler, H. 1999: Die Molluskenfauna von Nordwestsachsen. - Veröffentlichungen Naturkundemuseum Leipzig 17: 1-95.
Autor(-en): Katrin Schniebs. Letzte Änderung am 05.07.2018

Glatte Nadelschnecke (Platyla polita), Rotstein, gesammelt von A. Schlechter 1938
(Foto: Katrin Schniebs)
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