Graue Wegschnecke (Arion circumscriptus Johnston, 1828)

DE Deutschland , DE-SN Sachsen

Diagnose

Erwachsene Graue Wegschnecken werden 3 bis 4 cm lang. Die mehr oder weniger grau gefärbte Oberseite weist an den Seiten je eine dunklere Längsbinde auf, der Mantel ist zwischen diesen Längsbinden meist schwarz gesprenkelt. Eine sichere Bestimmung dieser Art sollte anatomisch anhand des dunkel pigmentierten Epiphallus bei geschlechtsreifen Tieren erfolgen.

Merkmale

Erwachsene Graue Wegschnecken erreichen ausgestreckt kriechend eine Körperlänge von 3 bis 4 cm. Oberseite und Flanken sind grau. Auf den Flanken ist auf jeder Seite eine dunklere Längsbinde sichtbar, die sich vom Vorderrand des Mantelschildes bis zur Schwanzspitze zieht. Zwischen den Längsbinden weist der Mantel häufig schwarze Sprenkel auf. Die Kriechsohle ist weißlich und der Körperschleim farblos.
Das sicherste Unterscheidungsmerkmal von der ähnlichen Wald-Wegschnecke (Arion silvaticus) ist bei geschlechtsreifen Tieren der dunkel pigmentierte Epiphallus.

Verbreitung

Mitteleuropäisch.

Lebensweise

Die Eiablage erfolgt bei der Grauen Wegschnecke im Mai bis Juni. Ein Gelege enthält zwischen 10 und 39 Eiern. Ein Tier kann 3 bis 5 Gelege in einer Legeperiode ablegen. Die Jungtiere schlüpfen nach etwa 18 bis 20 Tagen. Die Geschlechtsreife wird im Alter von 8 bis 9 Monaten erreicht. Graue Wegschnecken werden ca. anderthalb Jahre alt. Sie ernähren sich überwiegend von grünen Blättern und Blüten, gelegentlich auch von Aas.

Lebensräume

Die Graue Wegschnecke kommt hauptsächlich in feuchten Laub- und Mischwäldern vor. Dort lebt sie in der Falllaubschicht oder unter vermodernden Holzstücken. Sie kann allerdings auch in vom Menschen beeinflussten Lebensräumen angetroffen werden.

Bestandssituation

Die Graue Wegschnecke wird sowohl in Deutschland als auch in Sachsen als nicht bedroht angesehen.

Literatur

  • Bößneck, U. 1993: Bericht über das Treffen des Regionalkreises Ost der DMG vom 18. bis 20. September 1992 in Taltitz/Vogtland mit Artenliste der gesammelten Mollusken. – Mitteilungen der Deutschen Malakozoologischen Gesellschaft 52: 31-35.
  • Bößneck, U. 1996: Mollusken-Lebensgemeinschaften an 52 thüringischen und sächsischen Burgstellen – ein Beitrag zur Wirbellosen-Faunistik an alten Siedlungsplätzen. – Malakologische Abhandlungen des Museums für Tierkunde Dresden 18(9): 83–106.
  • Büttner, K., 1954: Die Molluskenfauna von Südwestsachsen. - Abhandlungen und Berichte aus dem Staatlichen Museum für Tierkunde - Forschungsstelle - Dresden 22(1): 47-87.
  • Kapischke, F. 2010: Gastroodenzönosen auf ausgewählten Halden der Bergbaufolgelandschaft um Freiberg (Sachsen). Diplomarbeit. Technische Universität Bergakademie Freiberg, Interdisziplinäres Ökologisches Zentrum, Arbeitsgruppe Biologie/Ökologie. 228 S.
  • Ludwig, A., Reise, H. & Hutchinson, J. M. C. 2015: Die Nacktschneckenfauna in Gärten der Stadt Görlitz. - Berichte der Naturforschenden Gesellschaft der Oberlausitz 23: 43-57.
  • Pfitzner, I. 1953: Beitrag zur Molluskenfauna des Elbsandsteingebirges. - Mitteilungen der Berliner Malakologen 1/2: 23-25.
  • Schlechter, A. 1954: Über Land- und Wasserschnecken in der Umgebung von Kamenz/Sachsen. - Abhandlungen und Berichte aus dem Staatlichen Museum für Tierkunde Dresden 22(1): 88-96.
  • Trübsbach, P. 1934: Die geographische Verbreitung der Gastropoden im Gebiete der Zschopau nebst biologischen Untersuchungen. – Berichte der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft zu Chemnitz: 15–98, 1 Karte.
  • Wohlberedt, O. 1899: Molluskenfauna des Königreichs Sachsen. – Nachrichtsblatt der Deutschen Malakozoologischen Gesellschaft 31(1/4): 1–20, 33–56.
  • Zeißler, H. 1978: Die Lausitzer Molluskenfunde von Arthur Schlechter, Kamenz (8.10.1895-26.4.1952). - Zoologische Abhandlungen des Staatlichen Museum für Tierkunde Dresden 35: 169-202.
  • Zeissler, H., 1984: Mollusken im Naturschutzgebiet "Wölperner Torfwiesen" und der südlich anschließenden Talböschung (Kreis  Eilenburg). – Malakologische Abhandlungen des Museums für Tierkunde Dresden 10(1): 39–47.
  • Zeissler, H. 1993: Mollusken aus dem Einzugsgebiet der unteren Zschopau bei Waldheim (Sachsen). - Malakologische Abhandlungen des Staatlichen Museums für Tierkunde Dresden 16(2): 221-242.
  • Zeissler, H. 1999: Die Molluskenfauna von Nordwestsachsen. - Veröffentlichungen Naturkundemuseum Leipzig 17: 1-95.
Autor(-en): Katrin Schniebs. Letzte Änderung am 09.09.2020

Graue Wegschnecke (Arion circumscriptus), Steinbach bei Jöhstadt, Ende Oktober 2017, anatomisch determiniert
(Foto: Katrin Schniebs)


Graue Wegschnecke (Arion circumscriptus), Leipzig, Connewitzer Holz, Mai 2018, anatomisch bestimmt
(Foto: Frank Borleis)
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