Zierliche Schließmundschnecke (Ruthenica filograna (Rossmässler, 1836))

DE Deutschland , DE-SN Sachsen

Diagnose

Die Zierliche Schließmundschnecke ist neben der Kleinen Schließmundschnecke (Clausilia rugosa) mit einer Gehäusehöhe von 7 bis 9 mm und einer Breite von 2 bis 2,2 mm unsere kleinste einheimische Schließmundschneckenart. Von der Kleinen Schließmundschnecke, deren Gehäuse dicht und zart gestreift ist (mit bloßem Auge betrachtet glatt erscheinend), unterscheidet sie sich durch das deutlich gerippte Gehäuse.

Merkmale

Die gelblich-braunen Gehäuse erwachsener Zierlicher Schließmundschnecken erreichen eine Höhe von 7 bis 9 mm und eine Breite von 2 bis 2,2 mm.  Die größte Breite erreicht das Gehäuse etwa in der Mitte, die beiden letzten Umgänge werden zur Mündung hin wieder schmaler. Das Embryonalgehäuse ist konisch und weist eine scharfe Spitze auf. Die Rippen der restlichen Umgänge sind deutlich sichtbar, schmal und relativ weiträumig angeordnet. Ober- und Unterlamelle der Gehäusemündung sind nur schwach ausgeprägt. Der Gaumencallus läuft basal in einem dentikelförmigen Zahn aus, der durch eine Rinne von der unteren Spindelfalte getrennt wird. Die Mondfalte fehlt. 

Verbreitung

Osteuropäisch.

Lebensweise

Diese Art ist meist in der Laubstreu sowie unter Totholz und Steinen zu finden.

Lebensräume

Die Zierliche Schließmundschnecke kommt hauptsächlich in Laubwäldern vor. In der Literatur (Bogon 1990, Kerney et al. 1983, Wiese 2014) wird sie als stark kalkgebunden beschrieben.

Bestandssituation

Sowohl in der Roten Liste der Weichtiere der BRD als auch in der Roten Liste der Mollusken Sachsens wurde sie als stark gefährdete Art eingestuft.

Literatur

  • Bogon, K. 1990: Landschnecken. Biologie-Ökologie-Biotopschutz. Natur Verlag, Augsburg. 404 S.
  • Büttner, K., 1954: Die Molluskenfauna von Südwestsachsen. - Abhandlungen und Berichte aus dem Staatlichen Museum für Tierkunde - Forschungsstelle - Dresden 22(1): 47-87.
  • Fechter, R. & Falkner, G. 1990: Weichtiere. Europäische Meeres- und Binnenmollusken. Steinbachs Naturführer. Mosaik Verlag, München. 287 S.
  • Jungbluth, J. H. & von Knorre, D. unter Mitarbeit von Bössneck, U., Groh, K., Hackenberg, E., Kobialka, H., Körnig, G., Menzel-Harloff, H., Niederhöfer, H.-J., Petrick, S., Schniebs, K., Wiese, V., Wimmer, W. & Zettler, M. L. (2009): Rote Liste der Binnenmollusken [Schnecken (Gastropoda) und Muscheln (Bivalvia)] in Deutschland. - Mitteilungen der Deutschen Malakozoologischen Gesellschaft 81: 1-28.
  • Kerney, M. P., Cameron, R. A. D. & Jungbluth, J. H. 1983: Die Landschnecken Nord- und Mitteleuropas. Ein Bestimmungsbuch für Biologen und Naturfreunde. Paul Parey, Hamburg & Berlin. 384 S., 368 Ktn. (incl. 24 Farbtafeln).
  • Schniebs, K., Reise , H. & Bössneck, U. 2006: Rote Liste Mollusken Sachsens. Materialien zu Naturschutz und Landschaftspflege 2006. 21 S. [Hrsg. Sächs. LfUG].
  • Trübsbach, P. 1934: Die geographische Verbreitung der Gastropoden im Gebiete der Zschopau nebst biologischen Untersuchungen. – Berichte der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft zu Chemnitz: 15–98, 1 Karte.
  • Weise, A. 1884: Ueber das Vorkommen der Gehäuseschnecken und Muscheln in der südlichen Oberlausitz. - Sitzungsberichte Isis Dresden 1883: 102-104.
  • Wiese, V. 2014: Die Landschnecken Deutschlands. Finden - Erkennen - Bestimmen. Quelle & Meyer, Wiebelsheim. 352 S.
  • Zeissler, H., 1965: Theodoxus fluviatilis und Pseudanodonta complanata bei Leipzig. – Mitteilungen der deutschen malakozoologischen Gesellschaft 1(6): 78–79.
  • Zeissler, H., 1985: Ruthenica filograna (Rossmässler) in Westsachsen (Gastropoda: Clausiliidae). – Heldia 1(3): 101–104.
  • Zeissler, H. 1999: Die Molluskenfauna von Nordwestsachsen. - Veröffentlichungen Naturkundemuseum Leipzig 17: 1-95.
Autor(-en): Katrin Schniebs. Letzte Änderung am 12.07.2018

Zierliche Schließmundschnecke (Ruthenica filograna), Döben, August 2007
(Foto: Katrin Schniebs)


Zierliche Schließmundschnecke (Ruthenica filograna), Döben, Ende April 2020
(Foto: Katrin Schniebs)
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