Gedrungene Schließmundschnecke (Pseudofusulus varians (C. Pfeiffer, 1828))

DE Deutschland , DE-SN Sachsen

Diagnose

Merkmale

Die spindelförmigen schwach gelblichen oder grünlich-braunen Gehäuse erwachsener Gedrungener Schließmundschnecken erreichen eine Höhe von 9 bis 9,5 mm und eine Breite von etwa 2,2 mm. Sie sind regelmäßig dicht und stumpf gerippt und bei lebenden Tieren glänzend und durchscheinend. Die Gehäusemündung ist nach unten deutlich zugespitzt und weist im Inneren eine deutliche Basalrinne auf, der außen ein deutlich sichtbarer Basalkiel entspricht. Die Basalrinne wird von einer kräftigen unteren Spindelfalte und die basale Gaumenfalte gebildet.
Die Oberlamelle ist vorhanden, jedoch schwach entwickelt. Die unscheinbare Unterlamelle erstreckt sich kaum bis zur Lippe. Zwischen Ober- und Unterlamelle können interlamellare Fältchen vorhanden sein. Die Gaumenwulst ist weiß und gut entwickelt. Die Mondfalte fehlt.

Verbreitung

Ostalpin-westkarpatisch.

Lebensweise

Gedrungene Schließmundschnecken halten sich unter loser Rinde von morschem Holz, unter Steinen oder in Felsspalten auf.

Lebensräume

Feuchte und schattige Laub- und Mischwälder der Gebirgsregionen.

Bestandssituation

In der Roten Liste der Weichtiere der BRD wird die Gedrungene Schließmundschnecke als extrem seltene Art geführt. In der Roten Liste der Mollusken Sachsens wurde sie als stark gefährdete Art eingestuft.

Literatur

  • Bogon, K. 1990: Landschnecken. Biologie-Ökologie-Biotopschutz. Natur Verlag, Augsburg. 404 S.
  • Büttner, K., 1954: Die Molluskenfauna von Südwestsachsen. - Abhandlungen und Berichte aus dem Staatlichen Museum für Tierkunde - Forschungsstelle - Dresden 22(1): 47-87. 
  • Heyne, E.R. 1931: Sächsische Mollusken-Funde. Mitgeteilt von E. R. Heyne, Großenhain. Nebst einigen Anmerkungen von A. Schlechter. – Sitzungberichte Isis Dresden 1930: 125–134.
  • Jungbluth, J. H. & von Knorre, D. unter Mitarbeit von Bössneck, U., Groh, K., Hackenberg, E., Kobialka, H., Körnig, G., Menzel-Harloff, H., Niederhöfer, H.-J., Petrick, S., Schniebs, K., Wiese, V., Wimmer, W. & Zettler, M. L. (2009): Rote Liste der Binnenmollusken [Schnecken (Gastropoda) und Muscheln (Bivalvia)] in Deutschland. - Mitteilungen der Deutschen Malakozoologischen Gesellschaft 81: 1-28.
  • Kerney, M. P., Cameron, R. A. D. & Jungbluth, J. H. 1983: Die Landschnecken Nord- und Mitteleuropas. Ein Bestimmungsbuch für Biologen und Naturfreunde. Paul Parey, Hamburg & Berlin. 384 S., 368 Ktn. (incl. 24 Farbtafeln).
  • Ritter, L. 1956: Ein Beitrag zur Molluskenfauna der Görlitzer Umgebung: Zusammenstellung der auf der Landeskrone vorkommenden Schnecken. – Abhandlungen und Berichte des Naturkundemuseums Görlitz 35(1): 129–133.
  • Schniebs, K., Reise , H. & Bössneck, U. 2006: Rote Liste Mollusken Sachsens. Materialien zu Naturschutz und Landschaftspflege 2006. 21 S. [Hrsg. Sächs. LfUG].
  • Trübsbach, P. 1934: Die geographische Verbreitung der Gastropoden im Gebiete der Zschopau nebst biologischen Untersuchungen. – Berichte der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft zu Chemnitz: 15–98, 1 Karte.
  • Vohland, A. 1908: Streifzüge im östlichen Erzgebirge. – Nachrichtsblatt der Deutschen Malakozoologischen Gesellschaft 40(4): 163-173.
  • Wiese, V. 2014: Die Landschnecken Deutschlands. Finden - Erkennen - Bestimmen. Quelle & Meyer, Wiebelsheim. 352 S.
Autor(-en): Katrin Schniebs. Letzte Änderung am 09.11.2023

Gedrungene Schließmundschnecke (Pseudofusulus varians), Geisingberg, April 2007
(Foto: Katrin Schniebs)


Gehäusemündung einer Gedrungenen Schließmundschnecke (Pseudofusulus varians), Geisingberg, April 2007
(Foto: Katrin Schniebs)
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