Gefleckte Schnirkelschnecke (Arianta arbustorum (Linnaeus, 1758))

DE Deutschland , DE-SN Sachsen

Diagnose

Gehäuse erwachsener Gefleckter Schnirkelschnecken sind mit einer Höhe zwischen 10 und 22 mm, einer Breite bis 28 mm, ihrer braunen Grundfärbung mit gelblichen oder hellbraunen kleinen Flecken, dem braunen Band an der Peripherie und der kräftigen weißen Gehäuselippe eigentlich nicht mit anderen einheimischen Arten verwechselbar.

Merkmale

Die Gehäuse erwachsener Gefleckter Schnirkelschnecken erreichen eine Höhe von 10 bis 22 mm und eine Breite von 14 bis 28 mm. Sie sind meist kugelförmig mit einem konischen Gewinde und bestehen aus 5 bis 6 schwach gewölbten Umgängen. Auf hell- bis dunkelbrauner Grundfärbung weisen sie eine Vielzahl kleiner gelblicher oder hellbrauner Flecken auf. Entlang der Peripherie verläuft ein dunkelbraunes Band. Der Saum der Mündung ist nach außen erweitert und weist eine kräftige weiße Lippe auf. Der Nabel ist meist fast vollständig vom umgeschlagenen Spindelmundsaum bedeckt.

Verbreitung

West- und Mitteleuropa.

Lebensweise

Geschlechtsreif sind Gefleckte Schnirkelschnecken etwa mit einem Alter von einem Jahr. Die Paarung erfolgt im Mai/Juni, die Eiablage laut Literatur im August. Es wurde jedoch schon eine Schnecke Mitte Juli bei der Eiablage beobachtet. Die Nahrung besteht überwiegend aus frischen Kräutern, nur gelegentlich wird auch Aas oder Kot gefressen. Im Herbst graben sich die Tiere für die Winterruhe in die Erde ein.

Lebensräume

Gefleckte Schnirkelschnecken besiedeln meist feuchte Standorte in Laub- und Mischwäldern, Hecken, Feldgehölzen, an Feldrainen und auf Wiesen. Sie sind auch in Hochstaudenfluren und an Wassergräben zu finden.

Bestandssituation

Die Gefleckte Schnirkelschnecke gehört im Freistaat Sachsen zu den häufigen Landschneckenarten.

Literatur

  • Bogon, K. 1990: Landschnecken. Biologie-Ökologie-Biotopschutz. Natur Verlag, Augsburg. 404 S.
  • Bößneck, U. 1996: Mollusken-Lebensgemeinschaften an 52 thüringischen und sächsischen Burgstellen – ein Beitrag zur Wirbellosen-Faunistik an alten Siedlungsplätzen. – Malakologische Abhandlungen des Museums für Tierkunde Dresden 18(9): 83–106.
  • Büttner, K., 1954: Die Molluskenfauna von Südwestsachsen. - Abhandlungen und Berichte aus dem Staatlichen Museum für Tierkunde - Forschungsstelle - Dresden 22(1): 47-87.
  • Flasar, I. & Flasarova, M. 2000: Weichtiere und Asseln in der Umgebung des Bachs Polava/Pöhlbach (Bundesrepublik Deutschland und Tschechische Republik: Böhmen und Sachsen) (Mollusca et Isopoda). - Malakologische Abhandlungen des Staatlichen Museums für Tierkunde Dresden 20(1): 137-159.
  • Heyne, E.R. 1931: Sächsische Mollusken-Funde. Mitgeteilt von E. R. Heyne, Großenhain. Nebst einigen Anmerkungen von A. Schlechter. – Sitzungberichte Isis Dresden 1930: 125–134.
  • Kapischke, F. 2010: Gastroodenzönosen auf ausgewählten Halden der Bergbaufolgelandschaft um Freiberg (Sachsen). Diplomarbeit. Technische Universität Bergakademie Freiberg, Interdisziplinäres Ökologisches Zentrum, Arbeitsgruppe Biologie/Ökologie. 228 S.
  • Kerney, M. P., Cameron, R. A. D. & Jungbluth, J. H. 1983: Die Landschnecken Nord- und Mitteleuropas. Ein Bestimmungsbuch für Biologen und Naturfreunde. Paul Parey, Hamburg & Berlin. 384 S., 368 Ktn. (incl. 24 Farbtafeln).
  • Klausnitzer, B., 2005: Zum Vorkommen von Balea perversa (Linnaeus, 1758) (Gastropoda, Clausiliidae) in Bautzen. – Berichte der Naturforschenden Gesellschaft der Oberlausitz 13: 147–149.
  • Köhler, E., 1886: Gehäusebauende Landschnecken im Bereiche erzgebirgischer und vogtländischer Schlösser oder deren Ruinen. - Jahresberichte des Vereins für Naturkunde zu Zwickau 1885: 24-28.
  • Neumann, E., 1893: Die Conchylien von Chemnitz und seiner Umgegend. - Berichte der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft zu Chemnitz 12 (1889-1892): 51-54.
  • Neumann, E. 1893: Die Molluskenfauna des Königreichs Sachsen. - Nachrichtsblatt der deutschen malakozoologischen Gesellschaft 25: 47-64.
  • Pfitzner, I. 1953: Beitrag zur Molluskenfauna des Elbsandsteingebirges. - Mitteilungen der Berliner Malakologen 1/2: 23-25.
  • Schlechter, A. 1954: Über Land- und Wasserschnecken in der Umgebung von Kamenz/Sachsen. - Abhandlungen und Berichte aus dem Staatlichen Museum für Tierkunde Dresden 22(1): 88-96.
  • Trübsbach, P. 1934: Die geographische Verbreitung der Gastropoden im Gebiete der Zschopau nebst biologischen Untersuchungen. – Berichte der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft zu Chemnitz: 15–98, 1 Karte.
  • Weise, A. 1884: Ueber das Vorkommen der Gehäuseschnecken und Muscheln in der südlichen Oberlausitz. - Sitzungsberichte Isis Dresden 1883: 102-104.
  • Wiese, V. 2014: Die Landschnecken Deutschlands. Finden - Erkennen - Bestimmen. Quelle & Meyer, Wiebelsheim. 352 S.
  • Wohlberedt, O. 1899: Molluskenfauna des Königreichs Sachsen. – Nachrichtsblatt der deutschen malakologischen Gesellschaft 31(1/4): 1–20, 33–56.
  • Zeissler, H., 1984: Mollusken im Naturschutzgebiet "Wölperner Torfwiesen" und der südlich anschließenden Talböschung (Kreis  Eilenburg). – Malakologische Abhandlungen des Museums für Tierkunde Dresden 10(1): 39–47.
  • Zeissler, H. 1993: Mollusken aus dem Einzugsgebiet der unteren Zschopau bei Waldheim (Sachsen). - Malakologische Abhandlungen des Staatlichen Museums für Tierkunde Dresden 16(2): 221-242.
  • Zeissler, H. 1999: Die Molluskenfauna von Nordwestsachsen. - Veröffentlichungen Naturkundemuseum Leipzig 17: 1-95.
Autor(-en): Katrin Schniebs, Elisabeth Möltgen-Goldmann. Letzte Änderung am 09.09.2020

Gefleckte Schnirkelschnecke (Arianta arbustorum), Dippelsdorfer Teich, Mai 2013
(Foto: Katrin Schniebs)


Gefleckte Schnirkelschnecke (Arianta arbustorum), Deutsch-Paulsdorfer Spitzberg, Mitte Juli 2013
(Foto: Katrin Schniebs)


Gefleckte Schnirkelschnecke (Arianta arbustorum), Chemnitz, Chemnitzufer, März 2014
(Foto: Benjamin Franke)


Gefleckte Schnirkelschnecke (Arianta arbustorum), Stadtpark Großenhain, Ende April 2014
(Foto: Jens Tomasini)


Gefleckte Schnirkelschnecke (Arianta arbustorum), Wolkenburg, Mitte September 2014
(Foto: Katrin Schniebs)


Gefleckte Schnirkelschnecke am 28.05.2013, Alte Trasse der A72 am Steegenwald bei Lugau
(Foto: Jens Heßmann)


Gefleckte Schnirkelschnecke (Arianta arbustorum), Wiesengraben bei Grünthal, Ende 2015
(Foto: Katrin Schniebs)


Gefleckte Schnirkelschnecke (Arianta arbustorum) im April 2014 in Radeberg
(Foto: Tilmann Adler)


Gefleckte Schnirkelschnecke (Arianta arbustorum) im September 2013, Talsperre Wallroda
(Foto: Tilmann Adler)


Gefleckte Schnirkelschnecke (Arianta arbustorum) 'Im Wolfswinkel' in Leipzig
(Foto: Frank Borleis)


Gefleckte Schnirkelschnecke (Arianta arbustorum) im Ufersaum der Elbe im Ostragehege Dresden, April 2017
(Foto: Rainer Pietrusky)


Gefleckte Schnirkelschnecke (Arianta arbustorum), verschiedene Färbungsvarianten, bei Grimma OT Golzern, Mitte Juni 2017
(Foto: Andreas Hurtig)


Gefleckte Schnirkelschnecke (Arianta arbustorum), juvenil, bei Ilkendorf, April 2018
(Foto: Andreas Hurtig)


Gefleckte Schnirkelschnecke (Arianta arbustorum) auf Kleb-Labkraut, Leipzig, NSG Burgaue, Ostteil, Mai 2019
(Foto: Frank Borleis)


Jungtier der Gefleckten Schnirkelschnecke (Arianta arbustorum) im Juni 2019 in Sebnitz
(Foto: Tilmann Adler)


Gefleckte Schnirkelschnecke (Arianta arbustorum) im Juli 2017 in Radeberg
(Foto: Tilmann Adler)


Jungtier der Gefleckten Schnirkelschnecke (Arianta arbustorum) an der Talsperre Wallroda, Ende September 2016
(Foto: Tilmann Adler)


Gefleckte Schnirkelschnecke (Arianta arbustorum), Chemnitz-Harthau Anfang Juni 2021
(Foto: Dr. Thomas Schreiter)


Gefleckte Schnirkelschnecke (Arianta arbustorum), Pobershau, Schwarzwassertal, Ende September 2021
(Foto: Michael Münch)
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