Neuseeländische Deckelschnecke (Potamopyrgus antipodarum (J. E. Gray, 1843))

DE Deutschland , DE-SN Sachsen

Diagnose

Die Neuseeländische Deckelschnecke ist die einzige Süßwasserschnecke im Freistaat Sachsen, die bei einer Höhe von nur 4 bis 6 mm 5,5 Umgänge erreicht.

Merkmale

Die Gehäuse erwachsener Neuseeländischer Deckelschnecken erreichen bei 5,5 Umgängen eine Höhe von etwa 4 bis 6 mm und eine Breite von 2 bis 4 mm. Die Umgänge sind leicht gewölbt und durch eine flache Naht getrennt. Der Nabel ist geschlossen. Die Färbung reicht von gelblich bis hornbraun. Die lebenden Tiere verschließen als Kiemenatmer ihr Gehäuse mit einem Deckel.

Verbreitung

Ursprünglich: Neuseeland. Heute ist die Art in Europa weit verbreitet.

Lebensweise

Die Tiere erreichen ein Alter von einem halben bis zu zwei Jahren. Sie sind ganzjährig aktiv und pflanzen sich sogar im Winter fort. Neuseeländische Deckelschnecken können sich parthenogenetisch fortpflanzen und sind eilebendgebärend.

Lebensräume

Die Neuseeländische Deckelschnecke kommt im Süß- und Brackwasser vor. Bevorzugt werden Flüsse und Bäche sowie die Brandungszone größerer Seen. Man findet lebende Schnecken im Schlammgrund und auf Steinen.

Bestandssituation

Der Erstnachweis der Neuseeländischen Deckelschnecke erfolgte für Sachsen 1946 im Jahnatal bei Meißen durch Dr. Gerhard Krille. Das Belegmaterial befindet sich im Natureum Ludwigslust.

Literatur

  • Glöer, P. 2002: Süßwassergastropoden Nord- und Mitteleuropas. Bestimmungsschlüssel, Lebensweise, Verbreitung. In: Die Tierwelt Deutschlands. 73. Teil. ConchBooks, Hackenheim. 327 S.
  • Glöer, P. 2015: Süßwassermollusken - Ein Bestimmungsschlüssel für die Muscheln und Schnecken im Süßwasser der Bundesrepublik Deutschland. Göttingen, Deutscher Jugendbund für Naturbeobachtung. 135 S.
  • Klausnitzer, B. (1994): Potamopyrgus antipodarum (Gray) in der Oberlausitz (Mollusca). – Veröffentlichungen des Museums der Westlausitz Kamenz 17: 27–31.
  • Reise, H., Backeljau, T. & Seidel, D., 1996: Erstnachweise dreier Schneckenarten und weitere malakofaunistisch bemerkenswerte Funde aus der Oberlausitz. – Berichte der naturforschenden Gesellschaft der Oberlausitz 5(5): 39–47.
  • Zeissler, H. 1999: Die Molluskenfauna von Nordwestsachsen. - Veröffentlichungen Naturkundemuseum Leipzig 17: 1-95.
Autor(-en): Katrin Schniebs. Letzte Änderung am 05.07.2018

Neuseeländische Deckelschnecke (Potamopyrgus antipodarum), bei Zöthain, Anfang Oktober 2013
(Foto: Katrin Schniebs)


Neuseeländische Deckelschnecke (Potamopyrgus antipodarum), Steinpleis, Mitte Juli 2015
(Foto: Katrin Schniebs)


Neuseeländische Deckelschnecke (Potamopyrgus antipodarum), Ketzerbach, Juni 2002
(Foto: Katrin Schniebs)


Neuseeländische Deckelschnecke (Potamopyrgus antipodarum), Dresden-Zschieren, Elbufer, Mitte August 2014
(Foto: Katrin Schniebs)


Neuseeländische Deckelschnecke (Potamopyrgus antipodarum), Leipzig Elsterbecken, Ende Juni 2017. Diese Art neigt zu periodischer Massenvermehrung.
(Foto: Frank Borleis)


Neuseeländische Deckelschnecke (Potamopyrgus antipodarum), Leipzig, Elsterbecken, linkes Ufer. Juni 2018. Diese Art neigt zu Massenauftreten.
(Foto: Frank Borleis)


Neuseeländische Deckelschnecke (Potamopyrgus antipodarum), Elbe bei Radebeul, Anfang Juli 2019
(Foto: Katrin Schniebs)
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