Gemeine Tellerschnecke (Planorbis planorbis (Linnaeus, 1758))

DE Deutschland , DE-SN Sachsen

Diagnose

Die 2 bis 3,5 mm hohen und 9 bis 18 mm breiten scheibenförmigen Gehäuse erwachsener Gemeiner Tellerschnecken können nur mit denen der Gekielten Tellerschnecke (Planorbis carinatus) verwechselt werden. Bei der Gekielten Tellerschnecke liegt der Gehäusekiel in der Mitte des jeweils letzten Umgangs. Die Umgänge nehmen schneller an Breite zu als bei der Gemeinen Tellerschnecke. Außerdem ist die Gekielte Tellerschnecke im Verhältnis zur Gehäusebreite flacher.

Merkmale

Das Gehäuse erwachsener Tiere erreicht mit 5,5 bis 6 Umgängen eine Höhe von 2 bis 3,5 und eine Breite von 9 bis 18 mm. Die Värbung variiert in verschiedenen Brauntönen. Die konvexen Umgänge nehmen nur langsam in der Breite zu. Sie sind regelmäßig fein gestreift und weisen an der Oberseite einen deutlichen Kiel bzw. eine deutliche Kante auf. An der Unterseite ist die Gewindenaht tiefer als an der Oberseite. Mit der Gekielten Tellerschnecke (Planorbarius carinatus) können Tiere verwechselt werden, bei denen der Kiel zur Umgangsmitte hin verschoben ist. Bei P. carinatus nehmen die Umgänge jedoch schneller an Breite zu als bei P. planorbis. Außerdem ist P. carinatus im Verhältnis zur Gehäusebreite flacher.

Verbreitung

Europa, nördliches Asien und Nordamerika.

Lebensweise

Durch die Bildung eines Schleimpfropfs in der Gehäusemündung kann die Gemeine Tellerschnecke ein kurzzeitiges Austrocknen ihres Wohngewässers überdauern. Das Lebensalter beträgt 3 bis 4 Jahre.

Lebensräume

Die verschiedensten stehenden und langsam fließenden Gewässer sind der Lebensraum der Gemeinen Tellerschnecke. In größeren Seen kommt sie im flachen Wasser bis etwa 1 m Tiefe vor.

Bestandssituation

Die Gemeine Tellerschnecke gehört in Sachsen zu den häufigsten Süßwasserschneckenarten.

Literatur

  • Fechter, R. & Falkner, G. 1990: Weichtiere. Europäische Meeres- und Binnenmollusken. Steinbachs Naturführer. Mosaik Verlag, München. 287 S. 
  • Glöer, P. 2002: Süßwassergastropoden Nord- und Mitteleuropas. Bestimmungsschlüssel, Lebensweise, Verbreitung. In: Die Tierwelt Deutschlands. 73. Teil. ConchBooks, Hackenheim. 327 S.
  • Glöer, P. 2015: Süßwassermollusken - Ein Bestimmungsschlüssel für die Muscheln und Schnecken im Süßwasser der Bundesrepublik Deutschland. Göttingen, Deutscher Jugendbund für Naturbeobachtung. 135 S.
  • Heyne, E.R. 1931: Sächsische Mollusken-Funde. Mitgeteilt von E. R. Heyne, Großenhain. Nebst einigen Anmerkungen von A. Schlechter. – Sitzungberichte Isis Dresden 1930: 125–134.
  • Müller. Th. L., 2002: Wiederfund von Bithynia leachii (Sheppard, 1823) in Sachsen (Gastropoda: Prosobranchia: Bithyniidae). – Malakologische Abhandlungen des Museums für Tierkunde Dresden 20(2): 325–331.
  • Schlechter, A. 1954: Über Land- und Wasserschnecken in der Umgebung von Kamenz/Sachsen. - Abhandlungen und Berichte aus dem Staatlichen Museum für Tierkunde Dresden 22(1): 88-96.
  • Weise, A. 1884: Ueber das Vorkommen der Gehäuseschnecken und Muscheln in der südlichen Oberlausitz. - Sitzungsberichte Isis Dresden 1883: 102-104.
  • Zeissler, H. 1999: Die Molluskenfauna von Nordwestsachsen. - Veröffentlichungen Naturkundemuseum Leipzig 17: 1-95.
Autor(-en): Katrin Schniebs. Letzte Änderung am 05.07.2018

Gemeine Tellerschnecke (Planorbis planorbis), Dippelsdorfer Teich, Mai 2013
(Foto: Katrin Schniebs)


Gemeine Tellerschnecken (Planorbis planorbis), an der Wasseroberfläche kriechend, Kittelgraben bei Borsdorf, Mai 2016
(Foto: Frank Borleis)


Gemeine Tellerschnecke (Planorbis planorbis), Schkeuditz, Papitzer Lachen, April 2017 das Gehäuse abgeschabt und mit Algen bewachsen
(Foto: Frank Borleis)


Gemeine Tellerschnecken (Planorbis planorbis), Schkeuditz, NSG Luppeaue, Papitzer Lachen, Juni 2017. Auf der Unterseite von schwimmenden Objekten versammeln sich oft Massen von Tellerschnecken
(Foto: Frank Borleis)
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