Genabelte Strauchschnecke (Fruticicola fruticum (O. F. Müller, 1774))

DE Deutschland , DE-SN Sachsen

Diagnose

Die Genabelte Strauchschnecke gehört mit bis zu 23 mm Gehäusedurchmesser zu den größeren einheimischen Landschnecken. Von den etwa gleichgroßen Schnirkelschneckenarten ist die durch den deutlich sichtbaren, etwa 1/7 der Gehäusebreite einnehmenden Gehäusenabel zu unterscheiden.

Merkmale

Gehäuse kugelförmig bis leicht gedrückt, Höhe bis 19 mm und Breite bis 23 mm, 5-6,5 Umgänge. Gehäusefarbe weißlich, rötlich-braun oder grünlich-gelb, manchmal mit einem feinen, dunklen Band auf der Peripherie. Nabel des Gehäuses mittelweit (etwa 1/7 der Gehäusebreite einnehmend, siehe Foto). Gehäusemündung bei ausgewachsenen Tieren mit schwacher Lippe. Die Oberflächenskulptur der Gehäuse besteht aus unregelmäßigen groben Zuwachsstreifen und feinen Spiralstreifen (siehe Foto).

Verbreitung

Mittel- und Osteuropa, Asien.

Lebensweise

Paarungen der Genabelten Strauschnecke wurden im Frühjahr beobachtet. Nahrungsexperimente von E. Frömming (1939) haben gezeigt, dass von dieser Schneckenart leicht zersetzte, feuchte Laubblätter, einige Kräuterarten (z. B. Weiße Taubnessel, Mittlerer Wegerich) sowie einige Pilzarten bevorzugt werden.

Lebensräume

Bevorzugt feuchte Standorte: Gewässerränder, Gebüsche, Ränder von Laub- und Mischwäldern, Hochstaudenfluren.

Bestandssituation

Diese Art ist in Sachsen häufig.

Literatur

  • Bößneck, U. 1993: Bericht über das Treffen des Regionalkreises Ost der DMG vom 18. bis 20. September 1992 in Taltitz/Vogtland mit Artenliste der gesammelten Mollusken. – Mitteilungen der Deutschen Malakozoologischen Gesellschaft 52: 31-35.
  • Bößneck, U. 1996: Mollusken-Lebensgemeinschaften an 52 thüringischen und sächsischen Burgstellen – ein Beitrag zur Wirbellosen-Faunistik an alten Siedlungsplätzen. – Malakologische Abhandlungen des Museums für Tierkunde Dresden 18(9): 83–106.
  • Büttner, K., 1942: Neue Molluskenfunde im Vogtland. - Mitteilungen der Vogtländischen Gesellschaft für Naturforschung 4(1): 84-85.
  • Büttner, K., 1954: Die Molluskenfauna von Südwestsachsen. - Abhandlungen und Berichte aus dem Staatlichen Museum für Tierkunde - Forschungsstelle - Dresden 22(1): 47-87.
  • Frömming, E. (1939): Untersuchungen über die Nahrungsstoffe von Eulota fruticum MÜLLER. - Archiv für Molluskenkunde 71: 96-100.
  • Heyne, E.R. 1931: Sächsische Mollusken-Funde. Mitgeteilt von E. R. Heyne, Großenhain. Nebst einigen Anmerkungen von A. Schlechter. – Sitzungberichte Isis Dresden 1930: 125–134.
  • Kerney, M. P., Cameron, R. A. D. & Jungbluth, J. H. 1983: Die Landschnecken Nord- und Mitteleuropas. Ein Bestimmungsbuch für Biologen und Naturfreunde. Paul Parey, Hamburg & Berlin. 384 S., 368 Ktn. (incl. 24 Farbtafeln).
  • Pfitzner, I. 1953: Beitrag zur Molluskenfauna des Elbsandsteingebirges. - Mitteilungen der Berliner Malakologen 1/2: 23-25.
  • Trübsbach, P. 1934: Die geographische Verbreitung der Gastropoden im Gebiete der Zschopau nebst biologischen Untersuchungen. – Berichte der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft zu Chemnitz: 15–98, 1 Karte.
  • Weise, A. 1884: Ueber das Vorkommen der Gehäuseschnecken und Muscheln in der südlichen Oberlausitz. - Sitzungsberichte Isis Dresden 1883: 102-104.
  • Wohlberedt, O. 1899: Molluskenfauna des Königreichs Sachsen. – Nachrichtsblatt der Deutschen Malakozoologischen Gesellschaft 31(1/4): 1–20, 33–56.
  • Zeißler, H. 1978: Die Lausitzer Molluskenfunde von ARTHUR SCHLECHTER, Kamenz (8.10.1895-26.4.1952). - Zoologische Abhandlungen des Staatlichen Museums für Tierkunde Dresden 35: 169-202.
  • Zeissler, H., 1984: Mollusken im Naturschutzgebiet "Wölperner Torfwiesen" und der südlich anschließenden Talböschung (Kreis  Eilenburg). – Malakologische Abhandlungen des Museums für Tierkunde Dresden 10(1): 39–47.
  • Zeissler, H. 1993: Mollusken aus dem Einzugsgebiet der unteren Zschopau bei Waldheim (Sachsen). - Malakologische Abhandlungen des Staatlichen Museums für Tierkunde Dresden 16(2): 221-242.
  • Zeissler, H. 1999: Die Molluskenfauna von Nordwestsachsen. - Veröffentlichungen Naturkundemuseum Leipzig 17: 1-95.
Autor(-en): Katrin Schniebs. Letzte Änderung am 09.09.2020

Gelbe Variante der Genabelten Strauchschnecke (Fruticicola fruticum) aus der Auenbachaue nördlich Lastau, Juni 2009
(Foto: Katrin Schniebs)


Die bräunliche Variante der Genabelten Strauchschnecke (Fruticicola fruticum) ist die häufigere. Eschefeld, Anfang Mai 2013.
(Foto: Katrin Schniebs)


Für die Genabelte Strauchschnecke (Fruticicola fruticum) ist, im Unterschied zu gleich großen einfarbigen Schnirkelschnecken, das genabelte Gehäuse charakteristisch.
(Foto: Katrin Schniebs)


Die Oberflächenskulptur der Gehäuse der Genabelten Strauchschnecke (Fruticicola fruticum) besteht aus unregelmäßigen groben Zuwachsstreifen und feineren Spiralstreifen. Vergrößerung ca. 50fach.
(Foto: Katrin Schniebs)


Jungtier der Genabelten Strauchschnecke (Fruticicola fruticum), Großenhain, Ende April 2014
(Foto: Jens Tomasini)


Jungtier der Genabelten Strauchschnecke (Fruticicola fruticum), Großenhain, Ende April 2014
(Foto: Jens Tomasini)


Genabelte Strauchschnecke (Fruticicola fruticum), dunkelbraune Variante, Markkleeberg, 2014
(Foto: Frank Borleis)


Genabelte Strauchschnecke (Fruticicola fruticum), Bachaue Lösegraben Leipzig, August 2016
(Foto: Frank Borleis)


Genabelte Strauchschnecke (Fruticicola fruticum), braungebänderte Form, Hain bei Modelwitz, Schkeuditz, Mai 2017
(Foto: Frank Borleis)


Genabelte Strauchschnecke (Fruticicola fruticum), Leipzig Hänicher Holz, Anfang Mai 2018
(Foto: Frank Borleis)


Genabelte Strauchschnecke (Fruticicola fruticum), Neuschönau, Anfang Juli 2021
(Foto: J. Liebscher )


Genabelte Strauchschnecke (Fruticicola fruticum), Dresden, Zschonergrund, August 2021
(Foto: Tilmann Adler)


Genabelte Strauchschnecke (Fruticicola fruticum), Chemnitz-Adelsberg, Mitte September 2021
(Foto: Michael Münch)
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