Genabelte Maskenschnecke (Causa holosericea (S. Studer, 1820))

DE Deutschland , DE-SN Sachsen

Diagnose

Die Genabelte Maskenschnecke unterscheidet sich von der Maskenschnecke (Isognomostoma isognomostomos) durch das flachere, mehr scheibenförmige Gehäuse mit dem weiten tiefen Nabel und durch das Fehlen des breiten Zahnes auf der Mündungswand. Die ebenfalls ähnliche Riemenschnecke (Helicodonta obvoluta) hat ein enger aufgewundenes Gehäuse und nur Höcker im Mündungsbereich.

Merkmale

Gehäuse erwachsener Tiere erreichen einen Durchmesser zwischen 9 und 12 mm und eine Höhe von 5 bis 6 mm. Sie bestehen dann aus 4,5 bis 5 ganz flachen oder nur wenig erhobenen Umgängen. Die Endwindung ist unmittelbar unter der Oberseite geschultert. Die Oberfläche der braunen Gehäuse ist fein und unregelmäßig gestreift und mit kurzen Haaren bedeckt, die jedoch bei älteren Tieren auch teilweise bis völlig abgerieben sein können. Die viereckige Mündung besitzt eine weiße Lippe, die auf dem Außenrand einen und auf dem Basalrand ein bis zwei Zähne aufweist. Der Gehäusenabel ist weit und tief.

Verbreitung

Der Verbreitungsschwerpunkt dieser Gebirgsart liegt in den Alpen und Karpaten.

Lebensweise

Bei Trockenheit verkriechen sich Genabelte Maskenschnecken in Erdspalten oder in Hohlräumen von Geröll oder Steinhaufen.

Lebensräume

Die Art kommt hauptsächlich in Laub und Mischwäldern in Höhenlagen zwischen 800 und 2000 m ü. NN auf feuchten Blockhalden vor, wo sie hauptsächlich zwischen Moos und unter den Steinen zu finden ist.

Bestandssituation

In der Roten Liste der Bundesrepublik Deutschland wird die Genabelte Maskenschnecke als gefährdete Art geführt. In der Roten Liste der Weichtiere des Freistaates Sachsen wurde diese hier sehr seltene Art als starkt gefährdet eingestuft.

Literatur

  • Bößneck, U. 1996: Mollusken-Lebensgemeinschaften an 52 thüringischen und sächsischen Burgstellen – ein Beitrag zur Wirbellosen-Faunistik an alten Siedlungsplätzen. – Malakologische Abhandlungen des Museums für Tierkunde Dresden 18(9): 83–106. 
  • Büttner, K., 1954: Die Molluskenfauna von Südwestsachsen. - Abhandlungen und Berichte aus dem Staatlichen Museum für Tierkunde - Forschungsstelle - Dresden 22(1): 47-87.
  • Clauss, E. (1966): Bericht über die Sammelausbeute von einer gemeinsamen Osterzgebirgs-Exkursion einiger Mitglieder der DMG. – Mitteilungen der deutschen malakozoologischen Gesellschaft 1(8): 123–125.
  • Fechter, R. & Falkner, G. 1990: Weichtiere. Europäische Meeres- und Binnenmollusken. Steinbachs Naturführer. Mosaik Verlag, München. 287 S.
  • Heyne, E.R. 1931: Sächsische Mollusken-Funde. Mitgeteilt von E. R. Heyne, Großenhain. Nebst einigen Anmerkungen von A. Schlechter. – Sitzungberichte Isis Dresden 1930: 125–134.
  • Jungbluth, J. H. & von Knorre, D. unter Mitarbeit von Bössneck, U., Groh, K., Hackenberg, E., Kobialka, H., Körnig, G., Menzel-Harloff, H., Niederhöfer, H.-J., Petrick, S., Schniebs, K., Wiese, V., Wimmer, W. & Zettler, M. L. (2009): Rote Liste der Binnenmollusken [Schnecken (Gastropoda) und Muscheln (Bivalvia)] in Deutschland. - Mitteilungen der Deutschen Malakozoologischen Gesellschaft 81: 1-28.
  • Kerney, M. P., Cameron, R. A. D. & Jungbluth, J. H. 1983: Die Landschnecken Nord- und Mitteleuropas. Ein Bestimmungsbuch für Biologen und Naturfreunde. Paul Parey, Hamburg & Berlin. 384 S., 368 Ktn. (incl. 24 Farbtafeln).
  • Rossmässler, E. A. 1835: Iconographie der Land- und Süßwasser-Mollusken mit vorzüglicher Berücksichtigung der europäischen noch nicht abgebildeten Arten. Bd. I, Heft 1. Arnoldische Buchhandlung, Dresden, Leipzig. 132 S.
  • Schniebs, K., Reise , H. & Bössneck, U. 2006: Rote Liste Mollusken Sachsens. Materialien zu Naturschutz und Landschaftspflege 2006. 21 S. [Hrsg. Sächs. LfUG].
  • Wohlberedt, O. (1899): Molluskenfauna des Königreichs Sachsen. - Nachrichtsblatt der Deutschen Malakozoologischen Gesellschaft 31(1/4): 1-20, 33-56.
  • Zeissler, H. 1961: Die Schnecken des Rabenauer Grundes bei Dresden. – Archiv für Molluskenkunde 90(1/3): 51–56.
  • Zeissler, H. 1993: Mollusken aus dem Einzugsgebiet der unteren Zschopau bei Waldheim (Sachsen). - Malakologische Abhandlungen des Staatlichen Museums für Tierkunde Dresden 16(2): 221-242.
  • Zeissler, H. 1999: Die Molluskenfauna von Nordwestsachsen. - Veröffentlichungen Naturkundemuseum Leipzig 17: 1-95.
Autor(-en): Katrin Schniebs. Letzte Änderung am 25.04.2022

Genabelte Maskenschnecke (Causa holosericea), Geisingberg, Juli 2007
(Foto: Katrin Schniebs)


Genabelte Maskenschnecke (Causa holosericea), bei Hartenstein Mitte Mai 2014
(Foto: Katrin Schniebs)


Im Unterschied zur Riemenschnecke (Helicodonta obvoluta) (rechts) weist die Genabelte Maskenschnecke (links) deutliche Zähne im Mündungsbereich auf. Bei Hartenstein, Mitte Mai 2014.
(Foto: Katrin Schniebs)


Genabelte Maskenschnecke (Causa holosericea), Bahretal, Ende Mai 2022
(Foto: C. Löser)
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